Tokonoma Revisited

Hilfe! Mein Tokonoma ist über seine Ufer getreten!! Trotz aller moralischen Stärkung und geistlichen Zurüstung sowie Verschlankung der Weihnachtsdeko bereits im Hochsommer hab ich es einfach nicht geschafft, mich beim Dekorieren auf meinen Schrein zu beschränken. Der große Stern aus rotgoldener Metallfolie musste einfach wieder an die Decke meiner Kathedrale. Und der klassische Adventskranz aufs Couchtischchen. Und dann habe ich noch ein paar Händevoll Tannenzapfen in der Wohnung verteilt. Minimalistisch kann man das wohl nicht mehr nennen. Aber sehr anheimelnd!

Tokonoma weihnachtlich

Doch der Reihe nach. Im Tokonoma selbst finden wir einen Adventskalender mit Niederegger Marzipan. (Jeden Tag kann man unten ein Stückchen entnehmen und die nachrutschenden enthüllen oben Wahrheiten rund um die Weihnacht.) Einen Strauß aus Tannenzweigen, geschmückt mit Strohsternen. Und mit meiner diesjährigen Chili-Ernte. Naja, die müssen ohnehin irgendwo rumhängen, um zu trocken. Warum nicht am Strauß. Ausgesprochen dekorativ. Die Sterne verheißen uns die Neugeburt des Lichtes. Und die Chilis? Jede Menge (vegetarisches) Chili con Carne im kommenden Jahr!

Räuchermännchen

Klicke auf das Bild, um ein wenig zu räuchern!

Dann die heimliche Hauptperson der Saison: mein Räuchermännchen. Ein Mohr, dessen Pfeife schon ein klein wenig ramponiert ist, was meiner politisch unkorrekten Liebe aber keinen Abbruch tut. Er kommt aus dem Familienschatz meiner Mutter, das Geschenk einer Tante aus der sowjetisch besetzten Zone. Er ist nicht nur Duftspender (raucht die Marke Crottendorf mit den Lieblingssorten Weihrauch & Tanne!), sondern auch eins meiner Lieblingsmodels und immer wieder der Star meiner Filmproduktionen und Fotoshootings. Bisher durfte er ganzjährig draußen rumstehen – bis ich im Sommer meine Deko drastisch reduzierte und er in die Schublade musste (Karton wollte ich ihm ersparen). Umso heißer war die Wiedersehensfreude vor ein paar Tagen!

Räuchermännchen Fahndungsfoto

Aus dem Fotoshooting „Fahndungsfotos“

Schließlich der schönste Adventskranz der Welt. Wie ihn schon meine Mutter machte und auch meine Großmutter, von der ich das Gestell geerbt habe. Der Adventskranz ist ganz schnell geschmückt, durch das schmiedeeiserne Gestell werden ein paar Tannenzweige geflochten, Kerzen in die Halter und auf die Dornen vier auf Hochglanz polierte Äpfel gesteckt. Fertig. In der Mitte steht ein kleiner Nikolaus, ein Figürchen der Brockeler Schnitzwerkstatt Sievers-Hahn. Wie in meiner Kindheit schon, nur hatte der Kollege damals einen kleinen Sack auf der Schulter, der mit bunten Zuckerperlen gefüllt war. Der übte auf mich Leckermäulchen einen unbeschreiblichen Reiz aus. So verheißungsvoll der Anblick war, so klar war jedoch auch, dass das Herz der Adventsdeko unantastbar war. Der Zauber wäre ja dahin gewesen …

adventskranz

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